Noch viel Arbeit für Marina Wallner

09.11.2018

Es ist manchmal wie verhext im Leben eines Leistungssportlers. Die Inzeller Skirennläuferin Marina Wallner kann davon ein Lied singen.

In letzter Zeit ist sie ausnahmsweise von Verletzungen verschont geblieben, trotzdem ist sie im Sommer zwei Monate außer Gefecht gewesen. Eine Lebensmittelvergiftung hat die 24-jährige Slalomspezialisten niedergestreckt. „Ich bin körperlich komplett KO gewesen und konnte überhaupt nichts tun“, erzählt sie kurz vor dem Saisonstart im finnischen Levi. Erst Ende September hat sie wieder mit dem Training beginnen können. „Aber nur ganz langsam, ich habe mich 40 Jahre älter gefühlt.“ Diese Wochen Krankheit in der Vorbereitung fehlen jetzt Marina Wallner. Trotzdem ist sie Mitte der Woche mit dem deutschen Team nach Skandinavien geflogen. Was ihr besonders fehlt sind die Schneetage im Sommer und Herbst. Konditionell wird sie ihren Rückstand deswegen bis zum ersten Slalom nächste Woche nicht mehr aufholen können. „Auf dem Schnee bin ich nur frei gefahren und musste immer wieder Pausen machen. Erst vor wenigen Wochen bin ich wieder in den normalen Trainingsalltag eingestiegen“, erklärt sie ihre Situation. So steht der Inzellerin und ihrem Trainerteam noch viel Arbeit bevor. „Gott sei Dank verlernt man das Skifahren nicht wirklich. Die Trainer stehen hinter mir und nehmen mir auch den Stress. Ich bin sehr ehrgeizig und übertreibe gerne, die bremsen mich dann ein.“

Rückblickend sieht Wallner aber auch auf die positiven Ereignisse in diesem Jahr zurück. Zum Beispiel auf die erste Teilnahme bei Olympischen Spielen. „Das war eine Megaerfahrung, wenn es auch sportlich nicht wie gewünscht gelaufen ist. Die positiven Erinnerungen bleiben, mit den Negativen habe ich abgeschlossen.“ Nach den Spielen in Südkorea konnte Marina Wallner ihren Urlaub genießen und die Fortbildung bei ihrem Arbeitgeber, der Bundespolizei wahrnehmen. Danach ist sie zuversichtlich in die Vorbereitung eingestiegen, bevor Ende Juli das Malheur mit der Erkrankung ihren Plänen einen Strich durch die Rechnung machte.

Als Saisonziel sieht die für den SC Inzell startende Sportlerin die Teilnahme an der Weltmeisterschaft im Februar 2019 im schwedischen Are. „Bis dahin will ich fit sein“, hofft sie. Aber auch im Weltcup hat sie sich Ziele gesetzt. Derzeit liegt sie in der Rangliste auf Platz 17, will sich aber so schnell wie möglich in den Top 15 etablieren. „Die Plätze acht bis 15 sind ein Vorteil, weil die Startnummern da verlost werden und mit Glück ist da eine sehr gute Nummer möglich“, erklärt sie das Prozedere.

In Sachen Material hat sie im Sommer einen neuen Weg eingeschlagen. Sie ist von Fischer-Ski zu Atomic gewechselt. „Seit meinem dritten Lebensjahr bin ich auf Fischer-Ski unterwegs gewesen. Nun wollte ich einfach mal was Neues unter den Füßen haben. Hinter dem Wechsel steht absolut nichts Negatives“, sagt sie. Ihre ersten Erfahrungen mit dem neuen Material sind sehr gut. „Ein neuer Ski ist etwa so wie einer neuer Schuh“, erklärt sie.                                                                                                            SHu.